Japan

In den vergangenen Jahren, seit das Reisen nach Corona auch in weitere Ziele wieder möglich ist, hat Japan einen wahren Boom an Touristen erlebt und auch ich höre im Freundeskreis zur Zeit recht oft, dass jemand gerade dort gewesen ist. Trotz der wirklich langen Anreise sind die Gründe dafür zahlreich: eine exotische und zugleich spannende Kultur zwischen Tradition und Moderne, fantastisches Essen, tolle Landschaften, ein schwacher Yen sowie die sichere und gute Infrastruktur machen Japan zu einem sehr attraktiven Reiseziel.

Ich selbst war Anfang der 90er Jahre das erste Mal dort und schon sehr begeistert. Nun war ich mit meiner Familie wieder da und auch wenn die Zunahme an Touristen deutlich zu bemerken war, hat das Land für mich nichts an Faszination verloren. Wir hatten so viele eindrucksvolle Erlebnisse wie selten auf einer Reise und haben uns nie zuvor unterwegs so sicher und gut behandelt gefühlt.

Das Land ist zudem unglaublich sauber und dank seines hervorragenden Zugnetzes wirklich recht unkompliziert zu bereisen. Allerdings ist es nach wie vor nicht einfach mit der Verständigung, die englische Sprache wird eher wenig gesprochen und gerade in Bahnhöfen ist die Beschilderung nicht immer verständlich für westliche Touristen. Deshalb ist es auf jeden Fall ratsam, einen Urlaub in Japan gut vorher zu planen und sich wenn möglich vor Ort von einheimischen Reiseführern unterstützen zu lassen.

Ausserdem ist es sinnvoll, sich vor einer Reise nach Japan gut zu überlegen, was genau man dort erleben will. Religiöse Stätten gibt es rund 150.000, in Kyoto alleine 2000, und dazu kommen noch zahlreiche interessante Burgen und Museen; die Großstädte faszinieren durch moderne Bauten, Parks, Vergnügungsviertel und sind Shopping-Paradiese; in vielen Regionen gibt es herrliche Natur zu erleben und natürlich wäre es auch kein Problem, den ganzen Tag nur das abwechslungsreiche, gesunde und tolle Essen auszuprobieren.

Wir waren fast drei Wochen unterwegs an sechs verschiedenen Orten (Osaka, Kyoto, Kanazawa, Matsumoto, Tokyo und am Mount Fuji) und haben uns für eine gute Mischung an Erlebnissen entschieden, wobei Essen schon eine wichtige Rolle eingenommen hatte. Wir waren in ausgesuchten Tempeln, die nicht überlaufen waren, haben immer in japanischen Hotels (und keinen internationalen Ketten) übernachtet und haben versucht einen guten Mix zwischen Städten und Natur zu finden.

Wir starteten in Osaka, was ein guter Ausgangspunkt für diverse Sehenswürdigkeiten ist. Die Stadt selbst ist vor allem bekannt für seine Burg aus dem 16. Jahrhundert, den Kuromon Markt und Dotonbori, eine Vergnügunsmeile mit ganz viel Neon und zahlreichen kleinen Restaurants. Wenn möglich unbedingt im Patina Hotel übernachten. Es bietet neben stylischen Zimmern, einem großartigen Frühstücksbuffet und einem spektakulären Grill-Restaurant einen umwerfend Blick auf die Burg und liegt direkt am dazugehörigen Park.

Von Osaka aus lassen sich die bekannte Himeji Burg, Hiroshima und Kurashiki bequem mit dem Zug erreichen. In Hiroshima lässt sich ein Besuch im Peace Memorial Museum gut verbinden mit einem Ausflug nach Miyajima, einer Insel mit einer wunderschönen Tempelanlage. Ausserdem sind dort die Spezialitäten Austern und Okonomiyaki, eine Art gefüllte Pfannkuchen.

Kurashiki wird auch Venedig Japans genannt, da durch die Altstadt ein kleiner Kanal führt. Der Ort ist bekannt für die Produktion von Jeans-Artikeln und ist recht pittoresk. Das kulinarische Highlight dort ist Kaeshi Sushi.

Besonders gut gefallen auf unserer Rundreise hat uns Kanazawa. Es ist nicht so überlaufen, hat eine sehr schöne Altstadt, einen der berühmtesten Gärten Japans, Kenroku-en, beeindruckende Samurai Häuser, ein sehr eindrucksvolles, zeitgenössisches Kunstmuseum und einen spektakulären Ninja Tempel. Wir wohnten sehr traditionell im Yamanoo Ryokan, in dem auch sehr gut gekocht wird.

Matsumoto ist eher nicht ao auf der Liste der meisten Japan Reisenden, umso entspannter empfanden wir es dort. Zu besichtigen gibt es neben der gut erhaltenen Burg auch eine Miso Brauerei, was sehr spannend war für uns. Spektakulär untergebracht waren wir im Matsumoto Jujo, das durch seine Architektur besticht. Die Zimmer sind modern gestaltet mit eigenem Onsen (heisses Bad) auf dem Balkon, in der Lobby gibt es eine große Bibliothek und gekocht wird  am offenen Feuern.

Von dort ist ein Trip möglich zum Chubu-Sangaku National Park. Dort hatten wir einen schönen Tag beim Wandern entlang eines Fluss, um einen See, durch die Wälder und mit Blick auf die „japanischen Alpen“.

Zwischen den einzelnen Orten waren wir immer mit dem Zug unterwegs, was sehr komfortabel war und vollkommen problemlos. Alles ist sehr sauber, leise und gut organisiert.

Zu Tokio, Kyoto und Mount Fuji gibt es gesonderte Beiträge.