Potsdam
Mein Besuch in Potsdam kam mir ein bisschen vor wie eine kleine Zeitreise in das vorige Jahrhundert, denn es bietet mit seinen preußischen Schlösser, den Seen, den Parklandschaften an der Havel und dem historische Backstein-Stadtbild des Holländischen Viertels eine der idyllischsten UNESCO-Welterbe-Stadtlandschaften Deutschlands und damit auch einen angenehmen Gegensatz zum großstädtischen Berlin.
Potsdam ist die Hauptstadt des Landes Brandenburg und mit knapp 190.000 Einwohnern auch dessen bevölkerungsreichste Stadt. Die Stadt war einst die königliche Residenz der preußischen Könige und des Deutschen Kaisers und wurde 993 erstmals urkundlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert, als der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm hier Residenzen und Garnisonen ausbauen ließ, begann Potsdams Aufstieg und wurde unter Friedrich II. im 18. Jahrhundert zur glanzvollen Residenzstadt Preußens. Er ließ das berühmte Schloss Sanssouci als privaten Rückzugsort errichten und die Parkanlagen zu einem kulturellen und architektonischen Gesamtkunstwerk formen. Im 19. Jahrhundert prägten die preußischen Könige Friedrich Wilhelm III. und IV. die Stadt weiter mit romantischer Gartenkunst, neuen Schlössern und klassizistischen Stadtbauten. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Potsdam in der DDR und bekam 1990 wieder den Hauptstadtstatus des Landes Brandenburg.
Rund um das Brandenburger Tor (älter als das in Berlin) und entlang der Brandenburger Strasse lässt es sich in zahlreichen kleinen Läden und einer netten Fußgängerzone sehr gut einkaufen. Das in der Nähe davon gelegene „holländische Viertel“ beherbergt weitere Cafés, Boutiquen und Galerien und strahlt ein ganz besonderes Flair aus. Denn das gut erhaltene Wohnviertel besteht aus etwa 150 Backsteinhäusern im typisch holländischen Stil aus dem 18. Jahrhundert, das damals für für niederländische Handwerker erbaut wurde.
Rund um die Innenstadt von Potsdam laden die zahlreichen Seen und Parks zu Bootsfahrten und Spaziergängen ein. Am Schloss Glienicke zum Beispiel führt der Berliner Mauerweg entlang, der auf 160 km dem früheren Verlauf der Berliner Mauer um West-Berlin herum folgt. Entlang der Strecke befinden sich Infotafeln und Orte, die an die Teilung, die Fluchtversuche und das Leben mit und nach der Mauer erinnern.
Dieser Weg führt auch entlang der „Schweizer Häuser“, die zwischen 1863 und 1867 Prinz Carl von Preußen erbauen liess. Die Chalets wurden im damaligen Alpenstil errichtet, inspiriert von den Schweizer Bergen, was ihnen eine besondere, malerische Ausstrahlung verleiht.
Die wichtigste Sehenswürdigkeit und das Wahrzeichen der Stadt ist jedoch das Schloss Sanssouci. Das 1745–47 erbaute exquisite Rokoko-Schloss und Sommerresidenz Friedrichs II. liegt in einem weitläufigen Park mit vielen Terrassen, Weinbergen und Pavillons sowie dem Neuen Palais, dem Orangerieschloss und weiterer architektonischer Meisterwerke.
Zudem einen Besuch wert:
Schloss Cecilienhof: Das letzte Schloss, das von der Hohenzollern-Dynastie erbaut wurde und historisch bedeutsam ist, da hier 1945 das Potsdamer Abkommen unterzeichnet wurde, das Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg neu ordnete.
Filmpark Babelsberg: Als ältestes großflächiges Filmstudio der Welt und UNESCO-Filmstadt bietet Babelsberg einen Themenpark, in dem Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Filmproduktion werfen können.
Glienicker Brücke: Bekannt als „Brücke der Spione“, diente sie während des Kalten Krieges als Schauplatz für den Austausch von Agenten zwischen den USA und der Sowjetunion. Sie verbindet Potsdam mit Berlin und bietet einen schönen Ausblick auf die Havellandschaft.
Museum Barberini und Nikolaikirche: Am Alten Markt gelegen, bietet das Museum Barberini wechselnde Kunstausstellungen und eine beeindruckende Sammlung impressionistischer Gemälde. Direkt daneben befindet sich die imposante St. Nikolaikirche.
Hotels:
Cafes/Restaurants: