Top 3 Norditalienische Seen

1. Comer See: Der Comer See ist mit 410 m Tiefe der tiefste See Italiens und auch einer der tiefsten Europas. Er liegt in der Lombardei, an der Grenze zur Schweiz und entsteht durch das Schmelzwasser der Alpen. Die größte Stadt am See und Ausgangspunkt der meisten Bootsfahrten ist Como. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Stadt für ihre hochwertige Seidenproduktion bekannt und ist auch heute noch ein weltweites Zentrum für Textildesign, Luxusstoffe und Modeexport. Das Wahrzeichen ist der Dom, eines der bedeutendsten gotisch-renaissancezeitlichen Bauwerke Norditaliens. Berühmt ist er vor allem für seine unvergleichliche Dichte an prachtvollen Jugendstil- und Renaissancevillen — darunter die weltbekannte Villa d’Este und Villa del Balbianello — die dem See eine Eleganz und Exklusivität verleihen, die kein anderer italienischer See in dieser Konzentration bietet.

2. Luganer See: Der Luganer See liegt im Dreiländereck zwischen der Schweiz und Italien und gehört zu den romantischsten und gleichzeitig unbekanntesten der norditalienischen Seen. Eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und schroffen Felsgipfeln, erstreckt er sich auf rund 48 Quadratkilometer. Wer den See von oben erleben möchte, fährt mit der Zahnradbahn auf den Monte San Salvatore oder den Monte Brè und blickt auf ein Panorama. Der Luganer See liegt zu etwa 2/3 in der Schweiz (Kanton Tessin) und zu 1/3 in Italien (Provinz Varese/Como). Die Grenze verläuft mitten durchs Wasser. Die Stadt Lugano selbst liegt auf Schweizer Seite — ist aber kulturell, sprachlich und kulinarisch vollständig italienisch geprägt. Im Tessin wird Italienisch als Amtssprache gesprochen, gegessen wird wie in der Lombardei, und das Tempo des Lebens fühlt sich eher wie Norditalien an als wie Zürich oder Bern.

Hotels: The View, Villa Principe, Villa Castagnola

3. Gardasee: Der Gardasee ist der größte See Italiens und liegt am östlichen Rand der Alpen, wo die Berge im Norden dramatisch ins Wasser stürzen und sich die Landschaft im Süden sanft in die Po-Ebene öffnet. Mit rund 370 Quadratkilometern Fläche und einer Länge von fast 52 Kilometern ist er auch der vielfältigste der norditalienischen Seen — je nachdem, welches Ufer man besucht, fühlt er sich wie ein völlig anderer See an.

Der Norden rund um Riva del Garda und Limone ist wild und alpin, mit senkrechten Felswänden, die direkt ins Wasser fallen, starken Winden und einem Klima, das Windsurfer und Segler aus ganz Europa anzieht. Der Süden dagegen öffnet sich weit und flach, mit sanften Olivenhainen und Zitronenplantagen und dem beschaulichen Sirmione auf seiner schmalen Halbinsel. Der Gardasee der meistbesuchte See Italiens — im Sommer bevölkert von deutschen, österreichischen und britischen Urlaubern, was ihm mancherorts den Spitznamen „das Meer der Deutschen“ eingebracht hat. Neben Surfen ist er auch bei Radler sehr beliebt.

Fotos: Anja Jung